Schmerzen zwischen den Schulterblättern, Kopfschmerzen, LWS-Syndrom

Seit ihrer Schulzeit plagten meine Patientin starke Kopfschmerzen, die vom oberen Rücken ausgingen. 
Ausgelöst wurden diese Schmerzattacken durch verschiedene Bewegungen: Kopf-in-den-Nacken-Legen (ein kurzes Hochblicken zum Himmel reichte aus), Tragen vom Gewicht eines Wasserkastens für wenige Meter, längeres Stehen, Tragen eines Reithelms. Als diese Kopfschmerzen in der Pubertät begannen, wurden sie nicht ernst genommen, ein Orthopäde hängte ihr Gewichte an die Stirn, um eine Streckung nach hinten zu verstärken. Seitdem konnte sie kaum ein Glas aus einem oberen Schrank nehmen, ohne Schmerzen zu bekommen.

Sie ist 44 Jahre alt, bewegt sich sehr viel, macht mehrmals in der Woche Yoga, geht mindestens einmal in der Woche zur Physio, täglich viel spazieren und reitet eigentlich, was sie sich aber in den vergangenen Monaten nur noch selten traute. 
Meine Patientin hat zwei Kinder - bei der Geburt der ersten Tochter traten starke innere Blutungen, seitdem hatte sie auch Probleme mit dem Beckenboden, den sie regelmäßig trainiert. Ihre zweite Tochter bekam sie per Kaiserschnitt.
Vor sieben Jahren hatte sie mehrere Bandscheibenvorfälle im Lendenwirbelbereich, wurde immer wieder unter CT-Kontrolle gespritzt und bekam viel Physio, richtig schmerzfrei ist sie seitdem nicht mehr geworden. Schmerzen ziehen häufig in die Beine, der Lendenbereich fühlte sich an wie ein brennender Gürtel. 
Nach einer Halsüberstreckung durch die Entfernung der Schilddrüse hatte sie einen großen Vorfall in der HWS und bekam einen Cage eingesetzt. Seitdem haben sich die Muskeln zwischen den Schulterblättern immer mehr verkrampft, schon immer zog es ihr von dort in den Kopf, aber mittlerweile übergibt sie sich mehrmals pro Woche vor Schmerzen. Erst nach einigen Stunden ist zu merken, wie sich alles entkrampft und der Spuk vorüber ist.

Am Tag der ersten Behandlung stand der Kopfschmerz und der Schmerz zwischen den Schulterblättern im Vordergrund. Da dies ein sehr komplexer Fall war und ich in einer Behandlung nicht allen Symptomen gerecht werden kann, konzentrierte ich mich darauf, zumal die Lendenwirbelsäule an diesem Tag sich kaum meldete. Der Befund brachte ein paar Gelenkdysfunktionen in der oberen und mittleren BWS zutage sowie einen begleitenden Hypertonus der Faszien des Nackens und des Halses. Die Leber hatte eine osteopathische Störung der Viskoelastizität und die Nn. occipitails major et minor und die A. occipitalis waren auf beiden Seiten faszial gestört mit großer Druckdolenz bei Palpation. Meine Behandlung konzentrierte ich darauf und entließ sie mit ein paar Eigenübungen zur Unterstützung meines Behandlungsansatzes.

Zwei Tage nach der Behandlung schrieb sie mir: „...ich habe die Behandlung vertragen! Ehrlich gesagt war ich im Vorfeld etwas besorgt, ob es mir danach wieder schlechter geht... Aber ich bin mit den Gefühl erwacht, die Schultern lockerer hängen lassen zu können und den Hals/Nacken nicht mehr gestaucht zu haben...“

17 Tage nach der Behandlung schrieb sie erneut: „...Unfassbar, aber ich hatte nur einen einzigen kleinen Schmerzanfall seit der Behandlung! Und da war mein Pferd mit mir im Feld herum gehüpft... allerdings ist jetzt der untere Rücken wieder mehr am Jammern, aber diese fürchterlich unangenehmen Schmerzen zwischen den Schultern mit Übelkeit sind weg...“

Fünf Wochen nach der ersten Behandlung kam sie zur zweiten Behandlung. Insgesamt gab es nur 3mal Kopfschmerzattacken in dieser Zeit, zur Behandlung auch akut, da sie am Wochenende davor die Küche renoviert hatte. Yoga ließ sich besser ausführen. Nach 5 Wochen Zeitraum nach der Behandlung kann man damit sagen, dass die Gelenkdysfunktionen primäre Ursache waren und sich der Faszienhypertonus und die Druckdolenz mit Kopfschmerzcharakter der Nerven und Arterie drumherum entwickelt haben. Und das schon eine lange Zeit. Dass diese Beschwerden mit einer Behandlung verschwanden ist nicht üblich, aber möglich, wie man bei diesem Fall gesehen hat.

Aber es waren neue Schmerzen in den Vordergrund getreten und zwar in der Lendenwirbelsäule. 2012 gab es dort konservativ versorgte Bandscheibenvorfälle auf Höhe L4/5 und L5/S1. Im gleichen Jahr kam auch ihre erste Tochter zur Welt und es kam zu den starken inneren Blutungen während der Geburt. Mein erneuter Befund im Abdomen zeigte eine Gebärmutter, die sich anfühlte wie ein Stein (Spasmus). Ich behandelte dieses Organ osteopathsich-viskoelastisch. Die Spannung ließ während der Behandlung nach, ebenso wie ihr akuter Kopfschmerz, die Schmerzen in der LWS und sie konnte sich leichter aufrichten, gerade stehen. Dass sich die Behandlung auch nach oben auswirkte, zeigt einmal mehr, wie im Körper alles zusammenhängt.

Fünf Tage nach der zweiten Behandlung bekam ich diese Mail: „...Auch diesmal kann ich Ihnen ein positives Feedback geben - in den ersten zwei, drei Tagen nach der Behandlung am Dienstag hatte ich verstärkten Druck zwischen den Schulterblättern und vor allem im Lendenwirbelbereich - und dann war am Freitag plötzlich das Gefühl der Befreiung da! Ich war sogar Freitag stundenlang in der Kälte und musste stehen, habe gestern die Nacht auf etwas höheren Schuhen durchgetanzt und heute Wäschekörbe getragen - aber alles ist gut!...“

Eine Symptomverstärkung nach einer Behandlung ist möglich. Solange sich die Symptome dann aber deutlich verbessern, ist man auf dem richtigen Weg. Das ist hier geschehen. Der Körper hat sich ein neues und besseres Gleichgewicht gesucht und gefunden. Immer wieder erstaunlich, auch für mich, ist die Regenerationskraft unseres Körpers. Eine dritte Behandlung ist vereinbart...to be continued.