Einklemmnung der Nn. clunii als Ursache für lumbosakralen Schmerz mit Ausstrahlung in die Beine

Im März 2016 erschien im World Journal of Othopedics ein Case report von Yoichi Aota über die Einklemmung der Nn. clunii mediales bei ihrem Durchtritt durch die Ligg. sacroiliacalia posteriora. Die Nervi clunium sind Äste der Rückenmarksnerven, die für die senisble Innervation der Gesäßregion (Regio glutealis) verantwortlich sind. Es gibt sie als obere, mittlere und untere Gesäßnerven. Die Nn. clunni superiores entstammen den Segmenten L1-3, die Nn. clunii mediales et inferiores aus den Segmenten S1-3. In seinem Artikel beschreibt er, dass eine Einklemmung superioren Äste dort, wo sie die Fascia thoracolumbalis durchbohren und über den Beckenkamm ziehen möglich ist, ebenso wie eine Einklemmung der medialen Äste dort auftreten kann, wo sie unter oder durch die Ligg. sacroiliacalia posterioraverlaufen. Es wurde in dem beschriebenen Fall eine chirurgische Freilegung der Nerven durchgeführt, ich denke aber, dass eine manuelle Nervenmobilisation aussichtsreich ist. Ich werde die Behandlung jedenfalls in den afa3-Kurs mit aufnehmen.

Die Palpation der Nerven gelingt für die Nn. clunii superiores auf dem Beckenkamm: Mehrere Äste verlaufen etwas „eingepackt“ aber noch deutlich als runde Strukturen fühlbar über die Crista iliaca auf das Gesäß. Einen Ast der Nn. clunii mediales findet man unter oder durch die Ligg. sacroiliaca posteriora verlaufend. Im Artikel ist eine gute Abbildung dazu (Figure 2).

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